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Die Tätowiergeschichte

Die Entstehung des Tätowierens

Das Tätowieren gehört in fast allen Kulturkreisen der Menschheit zu einer der ältesten Kunstformen. Frühste Belege für ihre Existenz stammen z.B. aus der Jungsteinzeit und von ägyptischen Mumien und sind somit bis zu 5300 Jahre alt!
In vielen Naturvölkern gehört das Tätowieren bis heute zur Tradition und ist Bestandteil sozialen Lebens und z.B. sogenannter Initiationsriten.
Aufgrund der sehr weiten Verbreitung des Tätowierens zur damaligen Zeit ist es eher unwahrscheinlich, dass die „Erfindung“ des Tätowierens als solches einer einzelnen Person oder Kultur zugeschrieben werden kann. Vielmehr geht man davon aus, dass mehrere Kulturen unabhängig voneinander mehr oder weniger zufällig darauf gestoßen sind. So vermutet man, dass die unter der Haut bleibenden und dauerhaft sichtbaren Elemente z.B. durch Verletzungen mit gefärbten Waffen oder Werkzeugen entdeckt wurden. Aber auch in der Medizin (Aderlass etc.) könnte aufgrund von farbpigmentierten Salben, mit denen Wunden eingerieben wurden, die Möglichkeit des Tätowierens entdeckt worden sein. Somit hatte die Tätowierung an sich eine heilende Symbolkraft und wies gleichzeitig auf überstandene Verletzungen und Kämpfe hin. Damit symbolisierten Tätowierungen bereits damals Stärke und Männlichkeit für die Völker.
Man vermutet, dass nach und nach bestimmte Symbole mit bestimmten Bedeutungen verknüpft wurden und auch zum Schutz vor bestimmten Dingen vorsorglich in die Haut eingebracht wurden.

Entstehungsstufen der Tätowier-Kunst in Japan

Die ersten Tätowierungen auf den japanischen Inseln sind bereits 8000 v.Chr. belegt. Dabei handelte es sich, ähnlich wie z.B. bei den neuseeländischen Maori, überwiegend um Gesichtstätowierungen, Untermalungen und Umrahmungen von Mund und Augen oder Strichen auf den Wangen, teilweise auch Figuren. Man vermutet einen Zusammenhang zu Fruchtbarkeitsgöttern. Auch Punktemuster auf den Schultern kamen vor. Ab 300 v.Chr. gibt es eindeutige Belege für Tätowierungen als permanenten Hautschmuck. Man geht davon aus, dass die sehr ursprünglichen Muster, wie z.B. der Drachen, tätowiert wurden, um Schutz gegen im Wasser lebende Ungeheuer zu bieten. Diese mythische Bedeutung geriet in den verschiedenen Stämmen aber mehr und mehr in den Hintergrund und wurde durch einen eher ornamentalen Charakter abgelöst.
Tätowierungen an bestimmten Körperstellen sowie bestimmte Muster waren nur sozial höherstehenden Mitgliedern einer Gruppe erlaubt und sagten etwas über den sozialen Stand und durchlebte Initiationsriten sowie teilweise über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus.
Wie in China damals schon üblich wurden Tätowierungen nun auch in Japan nach und nach als Markierung für Straftäter genutzt. Hier ging es nicht um die Ästhetik, sondern um schnelle und gut sichtbare, dauerhafte Markierung eines Straftäters. Sie tätowierten oft dicke Streifen und Ringe oder Striche, aus denen sogar ablesbar war, woher jemand stammte, allerdings nicht, welches Verbrechen er begangen hatte. War man bereits straftätowiert und beging erneut Verbrechen, stand darauf im Normalfall die Todesstrafe. Eingebracht wurde die Tusche mit einer oder mehreren an einem Stock befestigen Nadeln, die in die Haut eingeschlagen wurde. Die Markierung sollte möglichst deutlich sein und nicht löschbar oder auch zu „vertuschen“.

Einige Straftäter versuchten, ihre Markierungen auszubrennen oder durch das Aufbringen größere Symbole zu „vertuschen“. Ebenso gab es sogenannten Nachahmer, die zwar gar keine Straftäter waren, aber sich so tätowieren ließen, als hätten sie Strafmarkierungen verdeckt.
Die Unauslöschlichkeit der Markierungen führte innerhalb der sozialen Gesellschaften zu einer Stigmatisierung. Die somit von den Gruppen Ausgeschlossenen schlossen sich zusammen und lebten in eigenen Bereichen. Die ursprünglichen Ausschlusssignale in Form ihrer Tätowierungen wurden zum Symbol ihrer Zusammengehörigkeit und dienten nun der Einschüchterung und Machtausübung. Die Tätowierung wurde ein Erkennungsmerkmal für Gruppen und Rivalisierung.
Dabei stellten die Tätowierungen aber keine Art von Uniform da. Die Tätowierungen des Einzelnen zeigten zwar seine Zugehörigkeit, sollten aber dabei vor allem seine Individualisierung darstellen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tätowieren in China aber auch in Japan immer wieder verboten. Erst mir Ende des 2. Weltkrieges und der damit verbundenen japanischen Niederlage im Jahr 1948 wird das Tätowieren in Japan dauerhaft legal.
Hauptkunden der übrig gebliebenen Tätowiermeister sind allerdings lange Zeit die Mitglieder der Yakuza – der japanischen Mafia. Die daraus resultierende Ablehungshaltung der Gesellschaft gegen Tätowierungen ist dort deshalb bis heute deutlich spürbar. Immer noch gibt es viele öffentliche Bereiche, in denen Verbotsschilder für tätowierte Menschen hängen, z.B. Schwimmbäder, Saunen etc.

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