Japanische Newschool Tätowierer

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Horihide wurde 1933 unter dem Namen Kazuo Oguri in Gifu, einer Industriestadt in Zentraljapan, geboren. Während des Kriegs und kurz danach war das Leben in Japan reich an Entbehrungen, und so zog er als junger Mann nach Tokyo, um dort eine Arbeit zu finden. Horihide nahm eine Lehrstelle bei seinem Tattoo-Meister an, ohne wirklich zu wissen, um welche Arbeit es sich handelte. Wie damals üblich, verbrachte er die fünf Lehrjahre im Haushalt des Meisters, wobei er während der ersten zwei Jahre mehr oder weniger nur Haushaltstätigkeiten erledigte. Die Ausbildung war zu dieser Zeit sehr traditionell, und die jungen Tätowierer waren weder gesellschaftlich anerkannt, noch konnten sie einen eigenen Stil entwickeln. Sie lernten, nach Zeichnungen des Meisters dessen Arbeiten perfekt zu kopieren. So auch Horihide, der nachts heimlich auf der Haut seiner Oberschenkel übte. Während seiner Ausbildung lernte Horihide, die Tätowierfarbe aus Öl und Ruß herzustellen und von Hand die Außenlinien und Schattierungen mit dem traditionellen Tebori zu tätowieren. Seinen Namen erhielt Horihide zum Abschluss der Ausbildung von seinem Meister. Hori bedeutet so viel wie Schnitzerei, abgeleitet vom japanischen Verb horu = schnitzen. Der Stil Horihides ist damit schon charakterisiert: Seine Designs sind auch aus einer guten Distanz deutlich erkennbar, wie eine Skulptur heben sie sich vom Untergrund des Körpers ab und verlieren auch bei näherer Betrachtung nichts von ihrer Faszination.

1970 reiste Horihide als einer der ersten japanischen Tätowierer überhaupt nach Hawaii und traf dort den legendären Sailor Jerry Collins. Er entwickelte seinen Stil im Spannungsfeld zwischen westlicher New School und traditioneller japanischer Tätowierkunst. Bis heute arbeitet Horihide mit Tebori, den auf einen Bambus- oder Stahlstab gespannten dicken japanischen Tätowiernadeln, die von Hand unter die Haut gestochen werden. Allerdings beherrscht er auch den Umgang mit westlichen Tätowiermaschinen, Kikaibori genannt. Mit Tebori Technik ausgeführte Tätowierungen sind so besonders, weil sie so vielschichtig sind, immer neue Lagen aufgetragen werden und sich das Gesamtbild erst aus dem Zusammenspiel dieser Lagen entwickelt. Horihide gründete das Japanese Tattoo Institute und den Tokai Tattoo Club.

Horihide tätowiert immer noch. ER lebt zurückgezogen in einem unscheinbaren Apartment in Tokyo, wo er auch seine Kunden und Kundinnen empfängt. Seine Motive kommen aus der traditionellen japanischen Tätowierkunst, er arbeitet Drachen, Karpfen und andere Glücks- und Schutzsymbole aus der Haut der Menschen heraus. Die Farben seiner Tätowierungen sind eher gedeckt im Vergleich zu anderen japanischen Newschool Künstlern, er arbeitet mit den traditionellen Tönen Rot, Grün, Blau, Gelb und Schwarz. Aber seine japanische Tattoos können sich sehen lassen, weil sie trotz der schlichten Farben doch verdammt gut aussehen.

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