Japanische Newschool Tätowierer

Shige

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Shigenori Iwasaki wurde im März 1970 in Hiroshima geboren. Ursprünglich ein Mechaniker bei Harley Davidson in Yokohama, brachte sich der künstlerisch begabte Japaner ab 1995 selbst das Tätowieren bei. Shige beschäftigte sich lange mit zeitgenössischen japanischen Ausdrucksformen, entwickelte aber im Laufe der Zeit seinen eigenen Stil. Heute legt er seine durch und durch japanischen Designs so an, dass die traditionellen Motive der japanischen Tätowierkunst immer durchscheinen. Es ist diese Basis von Mythen und Legenden des alten Japan, buddhistischen Motiven, Themen aus der Geschichte Japans, der Literatur und Kunst Japans, auf die Shige seine farbenfrohe Kunst aufbaut. Unter den gestochen scharfen, zeitgenössisch anmutenden Kreationen wird die reiche Kultur sichtbar, aus der der Künstler schöpft. Shige gilt als der Begründer des japanischen Newschool Tattoos, sagt aber selbst, er sei von den amerikanischen Motiven inspiriert, die er während seiner Tätigkeit als Mechaniker bei Harley Davidson kennenlernte. Während Tätowierer in Japan ihr Handwerk normalerweise immer noch in einer jahrelangen Ausbildung bei einem Meister erlernen, reiste Shige von einem zeitgenössischen Tätowierer der internationalen Spitzenklasse zum nächsten und probierte einfach auf seinem eigenen Körper aus, was er gelernt hatte.

Im Jahr 2000 konnte der Künstler sein Yellow Blaze Tattoo Studio eröffnen, 2001 war er bereits auf vielen Tattoo Conventions in aller Welt vertreten. Zwei Jahre später gründete er eine eigene Firma. Shige wurde 2008 die Ehre zuteil, im Asian Art Museum in San Francisco einen Vortrag über seine Technik und seine Designs zu halten und seine Tätowierkunst zu demonstrieren. 2009 erschien sein Art Book „Shige“ beim amerikanischen Verlag State of Grace Inc. In den Jahren 2010 und 2011 konnte der Künstler endlich aus in Japan an größeren Ausstellungen in renommierten Gallerien teilnehmen: 2010 zeigten 12 tätowierte Personen in der Aoyama Spital in Tokyo Shiges Künste, 2011 konnte Shige ein Gemälde in der Vanilla Gallery in Tokyo ausstellen. Seit 2014 ist Shige mit seinem Studio in verschiedenen Tattoo Magazinen weltweit präsentiert worden, er nimmt alljährlich an den verschiedensten Messen und Conventions teil (2016 beispielsweise in Hong Kong, Peking, London, Shanghai und San Francisco). Sein Studio engagiert sich außerdem sehr stark in der Hilfe für Erdbebenopfer: Sowohl 2011 nach der dreifachen Katastrophe in Japans Nordwesten als auch 2015 nach dem schweren Beben in Nepal und 2016 nach den zahlreichen Beben in Kumamoto spendete das Studio und rief zu finanziellen Hilfen auf.

Viele Tätowierungen dieses Künstlers sind im traditionellen japanischen Stil wie ein Anzug auf den ganzen Körper geschneidert. Hier winden sich farbenfrohe Drachen um die Gliedmaßen, Gottheiten und Dämonen treiben ihr Unwesen, Schutzsymbole aus dem religiösen Bereich erscheinen in Wolkenformationen, Flammen und Rauch. Daneben finden sich auch immer wieder kraftvolle Motive in monochrom schwarzer Technik, die in der sehr farbenfrohen Tätowierkunst Japans auffallen. Und es fällt auf, wie offen Shige seinen menschlichen Leinwänden gegenüber ist: Frauen und westliche Ausländer werden genauso gerne tätowiert wie japanische Männer. Es gibt keine Berührungsängste. Das Yellow Blaze Tattoo Studio befindet sich im Saza-Building 1-15-6 in Ishikawa-cho in Naka-ku in Yokohama. Einzelne auf Papier oder Stoff festgehaltene Designs von Shige sind allerdings auch im Online-Shop des Studios erhältlich. Und hier zeigt sich, dass Shige die traditionelle Kunst Japans wirklich verstanden hat: Die Papierarbeiten sind erstklassig, wie seine Tätowierungen. Die erstellt er übrigens teilweise in traditioneller Tebori Technik, also von Hand, mit den dicken japanischen Nadeln, die an einem Bambusstab nebeneinander gebunden sind.

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